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Horst Biedermann, Fritz Oser, Carsten Quesel (Hrsg.)

Vom Gelingen und Scheitern Politischer Bildung
Studien und Entwürfe

ISBN-Nr.: 978-3-7253-0838-5

«Mit 16 Jahren ist die Grundeinstellung gefestigt

Ältere Teenies denken sozialer und weniger patriotisch als jüngere, sagt eine Studie der Uni Freiburg. Ab 16 verändern sich ihre Ansichten kaum mehr.

Der neue Nationalrat wil laut Smartvote das Stimmrechtsalter nicht auf 16 Jahre senken. Doch Jugendliche haben in diesem Alter bereits eine gefestigte Grundeinstellung, die sich in den nächsten Jahren kaum mehr ändert. Das ergab die Befragung Deutschschweizer Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 20 Jahren durch Erziehungswissenschafter der Uni Freiburg.

Jugendliche ab 16 Jahren haben jedoch andere Ansichten als noch jüngere. So sind sie in der Regel weniger stolz auf die Traditionen der Schweiz und akzeptieren Ausländer besser. Auch sind sie weniger stark der Ansicht, arme Menschen seien selber schuld an ihrer Lage. Grundsätzlich erwarten jüngere Jugendliche Lösungen, die alle Beteiligten zufrieden stellen, ältere begreifen das Mehrheitsprinzip als Kompromisslösung. Carsten Quesel, Leiter des Forschungsprojekts, sagt: ‹Einen wichtigen Einfluss haben die Lehrmittel. Sie sind in der Schweiz von einer Kultur des Abwägens geprägt – nicht nur in der Staatskunde, sondern auch etwa in Geschichte und Geografie.›

Die Forscher liessen 1412 Berufsschüler, Gymnasiasten und Schüler der obligatorischen Schulzeit in Fragebogen ankreuzen, wie stark sie verschiedenen Aussagen zustimmen. Die Jugendlichen wurden im Abstand von einem Jahr zweimal befragt. Zudem interviewten die Forscher einzelne Jugendliche zu konkreten Problemen, beispielsweise ob der Staat eine Bauernfamilie enteignen darf, um eine Autobahn zu bauen. Werte wie Toleranz und Fairness waren den Schülern aller Altersgruppen wichtig, das Interesse für Politik jedoch relativ gering. ‹Für politische Sachfragen interessieren sich viele Personen erst ab Mitte 20, wenn sie im Berufsleben stehen, Steuern zahlen und vielleicht Familie haben›, sagt Quesel.» Tages-Anzeiger vom 26. Oktober 2007

«Keine Demokratie-Konsumenten

...Wo das Problem liegt, versuchen mittlerweile zahlreiche Bücher zu ergründen. Das aktuellste heisst "Vom Gelingen und Scheitern Politischer Bildung" (Verlag Rüegger, 2007), ein Sammelband zum wissenschaftlichen Kongress "Jugend und Politik: Zwei getrennte Welten" von 2004 in Freiburg. Der Band entwickelt aus den holzschnittartigen Umrissen einer scheinbar unpolitischen Jugend ein feinziseliertes Relief, das eine Jugend zeigt, die weit mehr und viel früher Eigenverantwortung und Kreativität entwickeln muss als frühere Generationen. Eine Jugend, die aufgrund des Wegfalls von klaren Strukturen auf sich selber zurückgeworfen ist, so dass sie früh lernen muss, eigene Antwort auf komplexe Fragen zu finden» St. Galler Tagblatt vom 29. November 2007

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