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Dieter Ruloff (Hrsg.)

China und Indien: Supermächte des 21. Jahrhunderts?
mit Beiträgen zum Thema Nachhaltigkeit und Amerikas Selbstbild

ISBN-Nr.: 978-3-7253-0827-9

China und Indien: Supermächte des 21. Jahrhunderts?
In diesem Band sind verschiedene Vorträge zusammengestellt, die im schweizerischen Institut für Auslandforschung gehalten wurden. Der thematische Schwerpunkt liegt auf den wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in China und Indien. So beschreibt Shalini Randeria die Irrtümer in der Bevölkerungspolitik in beiden Ländern, die - von falschen Voraussetzungen ausgehend - begleitet war (und ist) von Menschenrechtsverletzungen und Gewalt gegen Frauen - mit dem Ergebnis, dass es heute in beiden Ländern zu wenig Frauen gibt. Als glückliches Gegenbeispiel stellt sie den indischen Bundesstaat Kerala vor, der ohne Zwang seine Bevölkerungsentwicklung normalisierte - durch eine Bildungs-, Sozial- und Gesundheitspolitik, mit der Frauen nicht diskriminiert wurden. Im Gegensatz dazu verweist die Autorin auf etwa zehn Prozent der chinesischen Bevölkerung, die aus Sicht des Staates illegal geboren wurden und denen sämtliche Rechte vorenthalten werden. Ein ähnlich kritischer Blick wird zum Teil auch in den anderen Beirägen auf beide Länder geworfen. Wolfgang Schürer stellt fest, dass China und Indien dabei sind, eigene Entwicklungswege einzuschlagen. Indien attestiert er dabei vor dem Hintergrund solider demokratischer Strukturen ein langsames, gleichwohl aber stabiles Vorankommen. Thematisch völlig anders gelagert, aber sehr interessant ist ferner der Beitrag von Kurt R. Spillmann. Er zeigt auf, dass die gegenwärtige US-amerikanische Aussenpolitik "keine Ausnahmeerscheinung oder Abirrung von einem vermeintlichen amerikanischen "Normalzustand" ist", sondern eine lange Tradition aufweist und von einer Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen wird. Spillmann verweist sowohl auf den Einfluss der Neokonservativen wie auch vor allem der christlich-fundamentalistischen Rechten. Es gelte sich bewusst zu machen, dass das Land nur scheinbar rein rational handle. Tatsächlich aber gehe es im Sinne der bibeltreuen Christen von gänzlich anderen, den Europäern fremden Denkvoraussetzungen aus.»Zeitschrift für Politikwissenschaft vom Dezember 2007

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