Rüegger Verlag Zürich/Chur
Rüegger Verlag Zürich/Chur HomeNewsletterFirmenportraitImpressumKontakt/Feedback

 
Buchbesprechungen – Detailanzeige Zurück
Karl Lüönd

Die Macht und die Ehrlichkeit
Kolumnen aus dem Medienzirkus
mit Zeichnungen von Nico und einem Porträt des Autors von Constantin Seibt

ISBN-Nr.: 978-3-7253-0947-4

«Was von der 'vierten Macht' übrig blieb - Karl Lüönds scharfsinnige Analysen zur Entwicklung der Medien und des Journalismus in den letzten Jahren. Der erfahrene Journalist und Publizist Karl Lüönd hat einen Sammelband mit Kolumnen veröffentlicht, in denen er den Medien und ihren Machern auf den Pelz rückt - bissig, scharfsinnig und kenntnisreich. (...) Er weiss also, wovon er schreibt, wenn er Journalisten, Politiker, Verleger und andere Protagonisten des Medienzirkus aufs Korn nimmt. Und er sagt, was er weiss, in einer Art, dass es alle verstehen.» Neue Zürcher Zeitung


«In den Zürcher Redaktionen war Karl Lüönd lange so salonfähig wie ein Wildschwein. Heute gilt er als grosser alter Mann des Journalismus. Nun erscheint sein Buch über die eigene Branche. - Er ist ein Profi. Nichts Journalistisches ist ihm fremd. Und trotzdem, als Karl Lüönd 2007 die grösste Ehrung erhielt, die man in der Branche bekommen kann - den Zürcher Journalistenpreis für sein Lebenswerk -, hielten viele die Entscheidung für zweifelhaft. Nicht zuletzt der Geehrte selbst. Nach seiner Rede fiel der trockene Satz: 'Ich fürchte, jetzt versucht man es mit Kastration durch Bekränzung.' (...) Seine Reputation ist unbestritten: von links bis rechts, vom Textsoldaten bis in die Teppichetage. Dieser Respekt drückt sich nicht in Worten aus, sondern in der Währung, die zählt: Franken. Redaktionen bestellen Artikel, Verleger Beratung, Journalistenschulen Kurse, Firmen ganze Firmengeschichten.» Tages-Anzeiger


«Er ist im Medienzirkus der anerkannte Leitelefant, früher gewaltig trompetend, jetzt zumeist sensibel sinnierend, immer aber das Gedächtnis des Schweizer Journalismus. (...) Gefragt war Karl Lüönd in den letzten Jahren deshalb vor allem als Beobachter und Vordenker der Medien: Seine Gedanken als Autor, Kolumnist und Redner veröffentlicht er jetzt in einem Sammelband. Dessen Palette reicht vom seriösen Abrissen der Schweizer Pressegeschichte über die immer noch spannende Fallstudie, wie die Gratiszeitungen die Schweiz eroberten, bis hin zur bitterbösen Collage der 'Blick'-Berichterstattung zu Thomas Borer mit den Sexinserenten im selben Blatt - die 'Persönlich' nicht zu drucken wagte. Einiges zeigt einfach, wie schnell in den Medien die Zeit vergeht. Aber man liest 'Kari' immer gerne - als Leitelefant eben, von dem alle lernen können.» SonntagsZeitung


«Gegen vorschnelles und verkürztes Denken - Karl Lüönd ist Journalist mit spitzer Feder. Die benutzt er auch gerne gegen die eigenen Berufskollegen. Er ist noch ein Journalist von altem Schrot und Korn. Einer, der hingeht, hinschaut, und sich dann auch die Zeit nimmt, die ötige Gedankenarbeit zu leisten, bevor er seine Worte zu Papier bringt. Karl Lüönd verkörpert so etwas wie die guten alten Tugenden des Journalismus – eines Journalismus, der seine Wurzeln noch jenseits von in
mundgerechten Häppchen servierten News-Fragmenten hat. Den 1945 in Flüelen geborenen Publizisten und Journalisten aber deshalb als einen Vertreter der ewiggestrigen Fraktion abzutun, wäre falsch. «Ich bin kein Nostalgiker», sagte er kürzlich an der Vernissage seines neuesten Buches.

Und mag Lüönd noch so gerne der Nostalgik abschwören, sein neues Buch ist auch dies ein wenig: ein Rückblick auf die letzten zehn Jahre Mediengeschichte in diesem Land. Karl Lüönd hat das Geschehen auf dem Medienplatz immer wieder gerne journalistisch unter die Lupe genommen. Seine Kolumnensammlung belegt, dass es mit der Nostalgie doch nicht so weit her ist: Hat der Mann doch nicht die geringste Beisshemmung vor dem Medium Internet, das aus der Sicht vieler Journalisten heute als Totengräber ihrer eigenen Zunft angesehen wird.

Zu dieser Annahme gibt es Gegenbeweise, und Lüönd tritt sie an, etwa wenn er in seiner Kolumne «Gedanken eines Users am Laptop» gleich den Journalisten selbst den Spiegel vorhält: «Die problemlose Erreichbarkeit der Informationen, das Tempo der Verbindungen und deren Allgegenwart scheint auf die Qualität der transportierten Informationen zurückzukoppeln. Je schneller und leichter die Verbindungen zu Stande kommen, desto grösser das Risiko der verkürzten Gedanken. Schnell verlinkt gleich vorschnell gedacht. – Achtung Falle!» Und den Rat an die Journalisten liefert Lüönd gleich mit: «Über Risiken oder Nebenwirkungen der modernen Technik fragen Sie Ihr anderes Ich oder gehen Sie mit einem kritischen Geist zu Rate!» Wohlgemerkt: Diese Anmerkungen stammen von einem, der in der gleichen Kolumne den Luxus eingesteht, die NZZ online zu lesen.

Man sieht es aus den zuvor zitierten Zeilen: Als Journalist scheut sich Karl Lüönd nicht, seiner eigenen Zunft auf die Finger zu schauen – und auch mal verbal draufzuhauen, wo er es als nötig empfindet. Doch nicht nur die Inhaltsersteller finden sich in der Lüönd’schen Kritik wieder, auch die Manager der hiesigen Medienkonzerne. Und so mancher mediengeile Politiker wird hier Grund finden, seinen öffentlichen Auftritt zu überdenken (die dafür notwendige Selbstreflexion vorausgesetzt). Doch das Buch ist nicht nur eine Abrechnung mit der Branche. Ebenso bietet es Porträts spannender Persönlichkeiten des Mediengeschäfts, Denkansätze und auch den Lüöndeigenen Humor, mit dem der passionierte Jäger nicht selten sich selber aufs Korn nimmt. Komprimierter kann man sich kaum einen Überblick über Entwicklungen in der Schweizer Medienszene verschaffen.» Neue Luzerner Zeitung


«Pflichtlektüre für alle, die begreifen wollen, weshalb die Medien da stehen, wo sie sich heute befinden. Eine ebenso einfache wie auch einleuchtende Erklärung liefert Lüönd gleich im Titel zum Vorwort: Die Krise sei Folge jahrzehntelang geduldeter Bequemlichkeit und Arroganz. Wie die Textsammlung aus den letzten zehn Jahren zeigt, entspringt die Diagnose nicht etwa einem unter MedienkritikerInnen weitverbreiteten Defätismus, sondern den Einschätzungen eines nüchternen Beobachters, der die einzelnen Eindrücke zu einem erhellenden Gesamtbild zusammenzusetzen vermag. Ihr Fett kriegen alle ab. (...) Dass Lüönd befugt ist auszuteilen, beweist er mit brillanten Porträts und Reportagen, in denen er Schlüsselfiguren und -ereignisse der jüngeren Mediengeschichte (be)greifbar darstellt.» Klartext


«Kari Lüönd jetzt zum Helden der Schweizer Medienlandschaft und speziell der Schweizer Journalisten zu machen, beweist nicht mehr, als die Schwäche dieser Berufsgruppe. Der hoch begabte Lokaljournalist, später Chefredaktor und Einflüsterer vieler Verleger hat im Zürcher Rüegger Verlag das Buch “Die Macht und die Ehrlichkeit” publiziert. Darin präsentiert er seine “Kolumnen aus dem Medienzirkus”, die tiefer als alles andere Einblick geben in die Schweizer Medienlandschaft. Kari Lüönds geistige Unabhängigkeit, die er wohl immer hatte, aber nicht immer zeigte, zeigt sich auch an den Nico-Zeichungen, welche das 220 Seiten-Buch aufwerten. Nico, nicht immer ein angenehmer Zeitgenosse, hat immer noch die eleganteste Zeichenfeder von allen, aber die Schweizer Verleger vermögen es nicht mehr, ihm ein angemessenes Auskommen zu sichern. Qualität zeigt sich am Ertragen des Widerspruchs, weshalb Zürichs jüngster Starjournalist Constantin Seibt, dessen quietsch vergnügte Beiträge sonst den “Tagesanzeiger” beleben, ein Portrait des heute im Thurgau lebenden Stoikers verfasst hat.

Kari Lüönd hat ein Buch vorgelegt, das von allen gelesen werden muss, die mit Schweizer Medien zu tun haben. Bequemlichkeit und Arroganz betrachtet er darin als Grundfehler der Verleger und ihrer Spitzenmanager, weshalb sie auch alle neuen Trends verpasst hätten. Als Autor zahlreicher “corporate books”, die kaum einer besser texten und gestalten kann, denn er bleibt so nahe an der Wirklichkeit, wie es möglich und gestattet ist, beschäftigt er sich derart detailliert mit der Medienindustrie, dass ich ihn am Kapitel über die “Neue Zürcher Zeitung” messe, weil dieser Verlag unter Führung von VR-Präsident Conny Meyer sich in einer anhaltenden Schräglage wie Kreativkrise befindet, die viel über den Horizont des Zürcher Bürgertums aussagt. Lüönd schreibt von “mindestens fünf NZZ’s”, was heute kaum mehr zutrifft. Es gibt eine NZZ, die als Verlautbarungsorgan des Bundesrates und der Konzerne der global tätigen A-Wirtschaft fungiert, dazu einen wenig schlagkräftigen Lokaltal. Wirklich wertvoll ist das Feuilleton der NZZ, das unter Leitung von Martin Meyer, in dem sich Eleganz mit Verzweiflung paaren, europäische Klasse hat.

Kari Lüönd ist vor allem eines nicht, was Constantin Seibt und Sylvia Egli von Matt, die Direktorin des MAZ, vorbrachten. Er ist kein “Wildschwein”. Er ist ein höchst sensibler Autor, der viele Verletzungen erlitten hat, der Menschen diente, die seiner nicht wirklich wert waren. Kari Lüönd selber hat sich gut gehalten, hat auch zwei wunderbare Töchter. Er ist einer der liebenswertesten Stoiker, die ich kenne.» Klaus Stöhlker

Nach oben