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Dieter Ruloff (Hrsg.)

Welche Weltordnung?

Sachgebiet: Politik, Politikwissenschaften
Umfang: 165 Seiten (br.) ISSN 0514-8197
Preis: Fr. 32.70 / € 20.90 (D)
ISBN-Nr.: 978-3-7253-0770-8
Erschienen: Juni 2005
Reihe: Sozialwissenschaftliche Studien des Schweiz. Instituts für Auslandforschung - Band 33

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Siehe auch:
» Preis der Freiheit – Grenzen der Sicherheit, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0740-1
» Moral und Moralismus in Wirtschaft und Politik, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0720-3
» Religion und Politik, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0700-5
» Den Staat neu definieren, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0676-3
» Technologie und Gesellschaft an der Jahrtausendwende, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0629-9
» Globalisierung - eine Standortbestimmung, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0606-0
» Brennpunkt Ostasien, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0579-7
» Wandel der Weltgesellschaft, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0547-6
» Die Erblast der Sowjetunion, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0528-5
» Europäische Antagonismen, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0490-5
» Föderalismus - Mittel der Konfliktbewältigung, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0473-8
» Umweltzerstörung und Ressourcenverschwendung, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0441-7
» Das Flüchtlingsproblem - Eine Zeitbombe?, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0396-0
» Glasnost und Perestroika - Der Sozialismus im Wandel, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0376-2
» Europäische Herausforderung - The European Challenge, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0348-9
» Neuer Realismus in den Nord-Süd-Beziehungen?, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0324-3
» Ideen unserer Zeit, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0301-4
» Das Dreieck Europa – Amerika – Asien, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0272-7
» Ost-West-Beziehungen: Analysen und Perspektiven, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0247-5
» Wege aus der Weltwirtschaftskrise, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0222-2


Zum Buch:

Eine Ordnung ist das geregelte Zusammenspiel von Elementen, die teilweise oder ganz voneinander unabhängig sind (nach Brockhaus). Eine Weltordnung betrifft in analoger Weise das «geregelte Zusammenspiel» der Staaten dieser Welt und anderer globaler Akteure, obschon sie teilweise oder ganz voneinander unabhängig sind. Tatsächlich kennt die Geschichte eine Fülle von Anläufen, politische Ordnungen dieser Art zu etablieren: Der Westfälische Friede 1648, der Wiener Kongress 1815, die 14 Punkte des Präsidenten Wilson und der Völkerbund nach dem Ersten Weltkrieg, das UNO-System nach dem Zweiten Weltkrieg. Faktisch entstand jedoch in den Jahren des Kalten Krieges danach die rigide Struktur einer bipolaren Supermacht-Rivalität, eine eigentliche Zwangsordnung, die der Welt mit Recht kaum gefiel, aber eine doch beträchtliche Periode des (streckenweise prekären) Friedens schenkte. Nach dem Ende des Kalten Krieges mit dem Fall er Mauer 1989 und dem Ende der Sowjetunion 1991 zerbracht diese Ordnung. Was ist an ihre Stelle getreten? Verdienen es die neuen Strukturen überhaupt, als Ordnung bezeichnet zu werden? Wohin geht die Entwicklung? Was dürfen wir erwarten, was sollten wir fordern?
Mit diesen Fragen befasste sich verschiedene Vorträge des Instituts für Auslandforschung im Sommer 2003 sowie im Winterzyklus 2003/04 und wiederum im Sommer 2004. Der vorliegende Band enthält die interessantesten Vorträge. Er wird mit einem Blick auf die Weltordnungs-Problematik durch den Unterzeichneten eingeleitet, der als Delegierten des Instituts die Vortragsreihen organisieren durfte. Hierbei werden die wichtigsten Entwicklungslinien des Kalten Krieges nachgezeichnet und die Herausforderungen der vor uns liegenden Zeit skizziert. Der Tübinger Philosoph Otfried Höffe schliesslich entwickelt seine eigene Vision einer Weltrepublik (und lehnt die Idee des Weltstaates konsequent ab). Christoph Bertram, der Direktor der aussenpolitischen «Denkfabrik» der deutschen Bundesregierung, richtet den Blick auf die unilateralen Spielräume der letzten verbliebenen Supermacht, der USA: Ist eine US-Frieden (pax americana) möglich und wünschbar? Seine eigene Vision einer Weltordnung jenseits der Staatenwelt, entwirft der Ökonom Bruno S. Frey von der Universität Zürich; statt des Nebeneinanders der Staaten verlangt Frey funktionale, überlappende und im Wettbewerb miteinander stehende Körperschaften (FOCJ, functional overlapping competing jurisdictions), die dem Bürger die besten Leistungen für sein Geld und die Wahl zwischen ihnen ermöglichen sollten. Der China-Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung, Urs Schöttli, analysiert die amerikanische Politik auf ihre imperialen Züge hin und fragt nach der Bedeutung der Irak-Besetzung für die internationale Politik. Wichtiger in einer Welt zunehmender Gewalt wird die Rolle des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz IKRK, dessen Präsident Jakob Kellenberger in seinem Vortrag in Zürich vehement auf der Einhaltung der Genfer Konventionen auch im Kampf gegen den Terrorismus beharrte. Den Abschluss des Bandes bildet der Vortrag des vormaligen amerikanischen Aussenministers George P. Shultz, der zur Wendezeit von 1982–1989 im Amt war und massgeblich das glimpfliche Ende des Kalten Krieges mit herbeigeführt hat. Shultz blickt in seinem Beitrag von vorne: Die Welt ändert sich rasant, und interessanter Weise stehen für den konservativen Republikaner Shultz nicht Fragen des Umgangs mit dem Terrorismus im Mittelpunkt, sondern Wirtschaftsfragen, Demographie und die Energieversorgung der Industriestaaten. In der Tat: Dies sind wohl die bedeutsamen Zukunftsfragen, mit denen wir es zu tun haben werden.


Inhaltsverzeichnis:

Prof. Dr. Dieter Ruloff
Delegierter des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung und Universität Zürich
Welche Weltordnung? – Eine Einführung

Prof. Dr. Dr. h.c. Otfried Höffe
Leiter der Forschungsstelle Politische Philosophie, Universität Tübingen
Vision Weltrepublik – Eine philosophische Antwort auf die Globalisierung

Dr. iur. Christoph Bertram
Direktor des Forschungsinstituts der Stiftung Wissenschaft und Politik
Weder multi- noch unipolar: Das Dilemma internationaler Ordnung im 21. Jahrhundert

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bruno S. Frey
Institut für Empirische Wirtschaftsforschung Universität Zürich
Eine flexible Weltordnung für die Zukunft

Urs W. Schoettli
Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Peking
Die Hybris des Hegemonen: Der Irak als Waterloo einer neoimperialen Mission?

Dr. Jakob Kellenberger
Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Genf
Die humanitäre Tätigkeit in Konfliktsituationen heute: Rahmenbedingungen und Herausforderungen

Prof. Dr. George P. Shultz
Hoover Institution, Stanford University; Amerikanischer Aussenminister 1982-1989
A changed World


Weiterführende Links und Downloads:
» Schweizerisches Institut für Auslandforschung


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