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Andrea Büchler, Heidi Simoni (Hrsg.), unter Mitwirkung von Linus Cantieni, Tanja Trost-Melchert, Martina Rusch
Kinder und Scheidung
Der Einfluss der Rechtspraxis auf familiale Übergänge
Sachgebiet: Nationales Forschungsprogramm / Soziologie, Sozialpolitik
Umfang: 468 Seiten, broschiert
Preis: Fr. 52.00 / € 33.30 (D)
ISBN-Nr.: 978-3-7253-0873-6
Erschienen: April 2009 Reihe: NFP 52: Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im Wandel
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Siehe auch:
» Pflegefamilien- und Heimplatzierungen , ISBN-Nr.: 978-3-7253-0890-3 » Frühprävention von Gewalt und Aggression, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0880-4 » Egalitäre Rollenteilung, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0856-9 » Kinder in unterschiedlichen Familienformen, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0855-2 » Buchbesprechung
Zum Buch:
«Ein fundierter und für jeden Praktiker absolut lesenswerter Forschungsbericht»
Plädoyer
Das gemeinsame Sorgerecht soll künftig bei Scheidungen die Regel sein. Der Bundesrat will mit dieser Revision des Zivilgesetzbuchs die Grundlage dafür schaffen, damit Kinder auch nach der Trennung der Eltern optimale Voraussetzungen haben.
Die Scheidung von Eltern ist unbestritten ein komplexer Vorgang, was den Einbezug der Kinder aber nicht verunmöglicht, sondern im Gegenteil erst recht erfordert. Sowohl auf Seiten der Behörden als auch auf Seiten der Eltern bestehen aber erhebliche Skepsis und Unsicherheiten darüber, ob und wie Kinder am Reorganisationsprozess der Familie vor, während und nach der Scheidung beteiligt werden können und sollen.
Mit der letzten Revision des Scheidungsrechts im Jahre 2000 sollte unter anderem die Stellung der scheidungsbetroffenen Kinder substanziell verbessert werden. Das verfahrensrechtliche Institut der Kindesanhörung wurde gesetzlich verankert und die Möglichkeit der Kindesvertretung im Scheidungsverfahren eingeführt. Die aktuellen rechtlichen Vorgaben berechtigen damit das Kind grundsätzlich zur Partizipation im Scheidungsverfahren seiner Eltern.
Um Bedürfnisse und Lebenslage scheidungsbetroffener Kinder und die gerichtliche Scheidungspraxis adäquat erfassen zu können, bedarf es eines inter- und transdisziplinären Zugangs. Ein Forschungsteam hat die Fragestellungen aus juristischer, soziologischer und pädagogischer Perspektive beleuchtet und mehrere Teiluntersuchungen durchgeführt: Eine Analyse von 567 Scheidungsakten von 18 erstinstanzlichen Gerichten, einer schriftlichen Befragung von 2112 geschiedenen Müttern und Vätern und einer mündlichen Befragung von 23 Familien sowie 14 Richterinnen und Richtern. Das vorliegende Buch präsentiert ausgewählte Ergebnisse der verschiedenen Teilstudien.
Inhaltsverzeichnis:
ERSTER TEIL: GRUNDLAGEN ZUM PROJEKT
I. Ausgangslage und Hintergrund
1. Das Nationale Forschungsprogramm 52
2. Die Scheidungsrechtsrevision 2000
II. Zielsetzung und Fragestellungen
III. Anlage der Untersuchung
IV. Teilstudien
1. Analyse von Gerichtsakten
2. Befragung von Richterinnen und Richtern
3. Schriftliche Befragung von Eltern per Fragebogen
4. Mündliche Befragung von Familien mit Eltern- und Kinderinterviews
ZWEITER TEIL. PARTIZIPATION DER KINDER AM SCHEIDUNGSPROZESS
A. Überblick und Forschungsabsicht
B. Ergebnisse der Untersuchung
I. Aktenanalyse und schriftliche Befragung
1. Aufbau des Forschungsberichts
2. Ergebnisse
3. Fazit
II. Interviews mit den Kindern und Eltern
1. Einleitung
2. Quellen und Stand der Information über die Kindesanhörung
3. Einstellungen und Erfahrungen angehörter Kinder und deren Eltern
4. Einstellungen und Begründungen nicht angehörter Kinder und deren Eltern
5. Wünsche der Kinder an die Anhörungspraxis
6. Zusammenfassung
III. Interviews mit den Richterinnen und Richtern
1. Vorbemerkungen
2. Die Kindesanhörung in der Gerichtspraxis
3. Persönliche Haltung der Richterinnen und Richtern
4. Zusammenfassung
C. Synthese
Dritter Teil: Die elterliche Sorge im Blickfeld der Rechtspraxis und der alltäglichen Lebensgestaltung
A. Überblick und Forschungsabsicht
B. Ergebnisse der Untersuchung
I. Aktenanalyse und schriftliche Befragung
1. Vorbemerkungen
2. Ergebnisse
3. Zusammenfassung der Ergebnisse der Aktenanalyse und der schriftlichen Befragung
4. Exkurs: Die elterliche Sorge im Zusammenhang mit erschwerten Familienverhältnissen
II. Interviews mit den Kindern und Eltern
1. Einleitung
2. Wahl der elterlichen Sorge aus Sicht der Eltern
3. Formen der Besuchs- und Betreuungsregelung in der Scheidungskonvention und im Alltag
4. Aushandlung der Besuchs- und Betreuungsregelung und Partizipation der Kinder
5. Zufriedenheit mit der Handhabung der Besuchs- und Betreuungsvereinbarungen
6. Einhaltung der Besuchs- und Betreuungsregelung durch Kinder und Eltern
7. Umgang mit zwei Wohnorten und Erleben der Wechsel
8. Transparenz im Beziehungsdreieck Kind-Mutter-Vater
9. Zusammenfassung
III. Interviews mit den Richterinnen und Richtern
1. Die Zuteilung der elterlichen Sorge in der Gerichtspraxis
2. Perspektiven aus Sicht der Richterinnen und Richter
3. Zusammenfassung
C. Synthese
Vierter Teil: Schlussbetrachtung und Empfehlungen
Fünfter Teil: Gastbeiträge
Der Einbezug von Kindern in die Trennungs- und Scheidungsmediation (Urs Gloor)
Scheidungsväter (Remo H. Largo)
Verlust, Veränderung, Entwicklung – Entwicklungsbedürfnisse kleiner Kinder als Fokus für die Beratung von Eltern in Trennungsprozessen (Maria Mögel)
Einbezug von Kindern und Jugendlichen in die Regelung von (gerichtlichen) Trennungs- und Scheidungsangelegenheiten: Überlegungen aus der Praxis (Joachim Schreiner)
Warum gibt es keine Kindesvertretungen in Scheidungsverfahren? (Jonas Schweighauser)
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
Bibliographie
Anhang Erhebungsbogen zur schriftlichen Befragung)
Erhebungsbogen zur Aktenanalyse
Interviewleitfaden Richterinnen und Richter
Interviewleitfaden Eltern (Beispiel Mutter, geS)
Interviewleitfaden Kinder (Beispiel Kind, geSl)
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