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Carsten Quesel • Fritz Oser (Hrsg.)

Die Mühen der Freiheit
Probleme und Chancen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Sachgebiet: Bildung, Bildungsforschung / Bildungssoziologie / Politik, Politikwissenschaften / Soziologie, Sozialpolitik
Umfang: 222 Seiten, broschiert
Preis: Fr. 48.00 / € 30.70 (D)
ISBN-Nr.: 978-3-7253-0834-7
Erschienen: Januar 2007

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Siehe auch:
» Vom Gelingen und Scheitern Politischer Bildung, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0838-5
» Jugend ohne Politik, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0728-9


Zum Buch:

Es fehlt in modernen Demokratien nicht an Klagen, dass es um das politische Interesse, das politische Wissen und die politische Einsatzbereitschaft der Jugendlichen nicht gut bestellt sei. Das gilt insofern als bedrohlich, weil der Bestand von Demokratien an Zustimmung und Engagement gebunden ist. Mit der Verankerung der Menschen- und Bürgerrechte in Verfassungen ist es nicht getan, sie müssen auch von Bürgerinnen und Bürgern aktiv wahrgenommen werden. Zu den Vorschlägen, dem Mangel an demokratischer Einmischung entgegenzuwirken, gehört auch die Forderung, dass mehr für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen getan werden müsse. Bei näherem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass der Begriff der Partizipation keineswegs einheitlich gebraucht wird. Das setzt sich darin fort, dass Formen und Verfahren ebenso umstritten sind wie die Zwecke und Ziele der Partizipation. Das Buch stellt sich dieser Problematik auf dreierlei Weise: Es enthält Beiträge zur Klärung des Partizipationsbegriffs, es liefert empirische Analysen zu den Einstellungen und zur Handlungsbereitschaft der jungen Generation und es bietet Anregungen für die politische Bildung und die Jugendpolitik.
Als Leitmotiv dient die These, dass die Partizipation kein Allheilmittel ist und dass übersteigerte idealistische Erwartungen an die politische Lern- und Einsatzbereitschaft von Kindern und Jugendlichen unweigerlich in Misserfolg oder im Selbstbetrug enden müssen. Es geht darum, sowohl die Chancen als auch die Grenzen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen genauer zu beleuchten, um so der Banalisierung des Konzepts entgegenzuwirken: Wenn jede Gruppenaktivität zur Partizipation erhoben wird, dann verliert dieser Begriff seinen Wert. Gehalt hat dieser Begriff nur dort, wo es um selbständiges Entscheiden, das Übernehmen von Pflichten und das verantwortungsvolle Ausüben von Macht geht.
Entgegen der Erwartung, dass die Selbstorganisation von Schülerinnen und Schülern gleichsam automatisch zu einer stabilen Ordnung mit einem hohen positiven Erlebniswert führen wird, zeigt der Blick in die Praxis, dass Demokratie oft ein anstrengendes und mitunter auch frustrierendes Geschäft ist. Die Kunst der politischen Bildung besteht darin, die Schülerinnen und Schüler auf diese Mühen vorzubereiten, ohne ihren Elan im Keim zu ersticken.


Inhaltsverzeichnis:

Einleitung:
Carsten Quesel und Fritz Oser
Wie viel Einsatz braucht die Demokratie?

Teil 1: Konzeptionelle Grundlagen
Fritz Oser und Horst Biedermann
Partizipation – ein Begriff, der ein Meister der Verwirrung ist

Roland Reichenbach
Diskurse zwischen Ungleichen. Zur Ambivalenz einer partizipativen Pädagogik

Carsten Quesel
Partizipation – wie sie im Buche steht. Politikmodelle in schweizerischen Bildungsmedien

Teil 2: Empirische Befunde
Horst Biedermann und Fritz Oser
Partizipation und Identität. Junge Menschen zwischen Gefügigkeit und Mitverantwortung

Michael Luterbacher und Wolfgang Althof
Schüler lernen streiten. Aufbau einer konstruktiven Konfliktkultur in der Just-Community-Schule

Teil 3: Versuche und Entwürfe
Felix Wettstein
Stimm- und Wahlrecht ohne Altersgrenze

Miriam Wetter
Jugendparlamente in der Schweiz. Einblicke in eine Bewegung

Ursula Renold
Partizipation in der Berufsbildung – Perspektiven ökonomischer Selbstverantwortung

Antonietta Di Giulio und Christine Künzli
Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Kontext von Bildung und nachhaltiger Entwicklung


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