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Andreas Ladner, Marc Bühlmann

Demokratie in den Gemeinden
Der Einfluss der Gemeindegrösse und anderer Faktoren auf die Qualität der lokalen Demokratie

Sachgebiet: Politik, Politikwissenschaften
Umfang: 312 Seiten, broschiert
Preis: Fr. 56.00 / € 35.80 (D)
ISBN-Nr.: 978-3-7253-0858-3
Erschienen: Januar 2007

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Zum Buch:

Welches ist die ideale Grösse eines Gemeinwesens für das Funktionieren einer Demokratie? Mit dieser Frage beschäftigten sich schon die alten Griechen. Seither hat man sich immer wieder mit der Thematik befasst, ohne eine abschliessende Antwort zu finden. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass unterschiedliche demokratie-theoretische Vorstellungen aufeinander treffen. Anhänger der direkten Versammlungsdemokratie gehen davon aus, dass die «wahre» Demokratie nur in kleinen überschaubaren Gemeinden, in denen alle einander kennen, verwirklicht werden kann. Anhänger der repräsentativen Demokratie sehen hingegen die Vorteile bei den grösseren Gemeinden, weil dort die Politik auf der Basis der politischen Parteien nach klar erkennbaren Mustern und in einer medial vermittelten Öffentlichkeit stattfindet. Zum anderen stellt sich natürlich ganz grundsätzlich die Frage, wie Demokratie überhaupt gemessen und verglichen werden kann.

In diesem Buch wird die Qualität der Demokratie über Einstellungen, Einschätzungen und Verhaltensweisen der Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden bestimmt. Für eine gehaltvolle demokratische Auseinandersetzung sind folgende zentrale Voraussetzungen notwendig:

• soziale Integration in die Gemeinde,
• Interesse an politischen Fragen,
• bestimmte Grundkenntnisse über die Politik,
das politische System und die politischen
Akteure,
• Vertrauen in die lokale Demokratie,
• Zufriedenheit mit den Behörden, den
Dienstleistungen und den politischen
Mitsprachemöglichkeiten
• sowie politische Beteiligung.

Untersucht wird, ob und wie diese Voraussetzungen von der Grösse einer Gemeinde beeinflusst werden. Auskunft geben 1680 Personen aus 56 Gemeinden unterschiedlicher Grösse. Sie nehmen Stellung zu den verschiedensten Aspekten lokaler Demokratie. Im gleichen Zeitraum durchgeführte Befragungen in Norwegen, Dänemark und den Niederlanden erlauben es, die Antworten in einem internationalen Umfeld zu vergleichen. Untersucht wird in einem ersten Schritt, ob Unterschiede zwischen kleinen und grossen Gemeinden bestehen. In einem zweiten Schritt wird mit Hilfe von komplexeren statistischen Mehrebenen-Verfahren überprüft, inwiefern diese Unterschiede auf die Grösse der Gemeinde, auf andere Gemeindeigenschaften und auf Merkmale der befragten Personen selber zurückzuführen sind. Vor allem vor dem Hintergrund der immer aktueller werden Diskussionen über die Fusion von Gemeinden sind die hier gewonnen Erkenntnisse von grosser Praxisrelevanz. Wie verändert sich die Demokratiequalität, wenn eine Gemeinde durch Fusion vergrössert wird?


Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
– Fragestellung, Grundlagen und Vorgehen
– Die Gemeinden
– Lokale Demokratie
– Der Einfluss der Gemeindegrösse
– Untersuchungsanlage, Vorgehen und Aufbau des
Buches
– Lokale Demokratie: Organisation, Stellenwert und
Erwartungen
– Die politische Organisation der Gemeinden
– Zum Stellenwert lokalpolitischer Entscheidungen
– Einstellungen zur lokalen Demokratie
– Einstellungen zur lokalen Regierung

Aspekte lokaler Demokratiequalität
– Die Gemeinde – Ort der sozialen Integration
– Soziale Integration in unterschiedlichen
Kontexten
– Politisches Interesse
– Politisches Wissen und Kompetenz
– Politisches Vertrauen und Wahrnehmung lokaler
Politik
– Zufriedenheit mit lokaler Politik
– Politische Partizipation
– Beteiligung bei Wahlen
– Andere Formen der politischen Partizipation
– «Small is beautiful»
– Zusammenfassung der wichtigsten Resultate
– Synthese: Demokratiequalität in den Schweizer
Gemeinden – Small seems beautiful
– Handlungsrelevante Implikationen: Fusionen nein,
politische Bildung ja?
– Anhang und Literaturverzeichnis
– Methoden
– Fragebogen


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