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Margret Bürgisser

Egalitäre Rollenteilung
Erfahrungen und Entwicklungen im Zeitverlauf

Sachgebiet: Soziologie, Sozialpolitik
Umfang: 240 Seiten, broschiert
Preis: Fr. 44.00 / € 28.20 (D)
ISBN-Nr.: 978-3-7253-0856-9
Erschienen: November 2006

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Siehe auch:
» Kinder in unterschiedlichen Familienformen, ISBN-Nr.: 978-3-7253-0855-2


Zum Buch:

Paare, die sich die Verantwortung für Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Hausarbeit partnerschaftlich teilen, sind in der Schweiz nach wie vor eine kleine Minderheit.
Das egalitäre Rollenmodell bietet Frauen die Möglichkeit, Erwerbs- und Familienarbeit ohne erhebliche Doppelbelastung zu verbinden. Den Männern ermöglicht es – ergänzend zur Berufsarbeit – die Teilhabe an der Kinderbetreuung und den Erwerb von Haushaltkompetenzen. Das Arrangement ist vor allem für Eltern mit Klein- und Schulkindern attraktiv: Die Kinder haben im Alltag zwei unterschiedliche Ansprechpartner und profitieren von reichhaltigen Sozialisationsangeboten und Entwicklungschancen.
1994 befragte die Autorin 28 Deutschschweizer Paare mit egalitärer Rollenteilung über ihre Arbeitsteilung, ihre Elternschaft und ihr berufliches Engagement (vgl. Bürgisser 1996 und 1998). In einer 2005 abgeschlossenen Folgestudie im Rahmen des NFP 52 «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen» untersuchte sie nun, wie sich das Rollenteilungsmodell im Zeitverlauf bewährt und gegebenenfalls verändert hat. Es zeigt sich, dass die Paarkonstellationen insgesamt sehr stabil sind, gleichwohl aber individuelle und paarspezifische Entwicklungschancen bieten. Die paarspezifischen Entwicklungen erscheinen in vielen Fällen als eine Kette von wechselseitig gut aufeinander abgestimmten Veränderungen. Durch parallel verlaufende Entwicklungen wird die Machtbalance erhalten und die Beziehungsstabilität gestärkt. Entwicklungsverläufe, die einen Partner einseitig begünstigen, erweisen sich als konfliktträchtig.

Veränderungen des egalitären Rollenmodells werden vor allem Bezug nehmend auf Sozialisation und Familienzyklus begründet. Durch das Heranwachsen der Kinder sinkt die Beanspruchung der Eltern. Es eröffnen sich neue Freiräume, welche vielfach zur Aufstockung der Erwerbsarbeitspensen genutzt werden. Weitere Gründe zur Veränderung der Rollenteilung liegen im Bereich der individuellen Erwerbsorientierung, der Arbeitssituationen oder krankheitsbedingter Erschwernisse.
Die Beurteilungen des egalitären Rollenmodells bestätigen die schon 1994 genannten Vor- und Nachteile (vgl. Bürgisser 1996 und 1998). Sie betonen zudem seine Wandelbarkeit und Entwicklungsfähigkeit. Die grosse Mehrheit der Befragten ist mit der bisher praktizierten Rollenteilung zufrieden und will sie in Zukunft beibehalten. Bei Angehörigen, im sozialen Umfeld und am Arbeitsplatz hat das egalitäre Rollenmodell im Zeitverlauf an Akzeptanz gewonnen.


Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitende Informationen
•Allgemeiner Forschungsstand zur egalitären Rollenteilung
•Problemstellung und Zielsetzung
•Zentrale Forschungsfragen
•Theoretische und methodische Grundlagen

2 Haushalte mit egalitärer Rollenteilung im Lichte gesamtschweizerischer Statistiken (Gilbert Ganguillet)

3 Ergebnisse der Elternbefragung
•Die Rollenteilung im Zeitverlauf
•Beurteilung der im Zeitverlauf gemachten Erfahrungen
•Gründe für Modifikationen des egalitären Rollenmodells
•Wahrnehmung und Ausübung der Elternrollen
•Rücksichtnahme auf kindliche Bedürfnisse
•Aufteilung der Hausarbeiten (Vergleich 1994 und 2004)
•Arbeitsteilung im Haushalt: Regelungen, Praktiken und Problemlösungen
•Der Beitrag der Kinder an die Haushaltsführung
•Konfliktpotentiale in egalitären Paarbeziehungen
•Verwendung frei werdender Zeitressourcen durch die Eltern
•Stellenwert und Akzeptanz der Teilzeitarbeit
•Karrieremöglichkeiten bei egalitärer Rollenteilung
•Finanzielle Aspekte der egalitären Rollenteilung
•Akzeptanz bei Grosseltern und Geschwistern
•Akzeptanz der egalitären Rollenteilung durch das soziale Umfeld
•Vereinbarkeit von Familie und Beruf in egalitären Partnerschaften
•Stabilität egalitärer Paarbeziehungen
•Gesamtbeurteilung des egalitären Rollenmodells
•Beurteilung anderer Rollenmodelle
•Zukunftsvorstellungen der Paare mit egalitärer Rollenteilung

Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen, Anhang


Ergänzend zu dieser Studie erscheint gleichzeitig:

Kinder in unterschiedlichen Familienformen.
Wie lebt es sich im egalitären, wie im traditionellen Modell?
Margret Bürgisser, Diana Baumgarten, 2006.
Ca. 160 Seiten, broschiert, CHF 36.– / EUR 23.– (D).
ISBN-10: 3-7253-0855-1 / ISBN-13: 978-3-7253-0855-2.


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